
Die Zeitschrift KARFUNKEL hatte in ihrer Ausgabe Februar/März 2007 einen Schwerpunkt zu Oswald von Wolkenstein: »Einen sehr guten Überblick über Leben und Werk, den Stand der aktuellen Oswald-Forschung und die Literatur zu Leben und Werk gibt die Homepage von Friedhelm Schneidewind.«
Nächste ÖFFENTLICHE FÜHRUNG mit mir als Oswald in Heidelberg:
19.12.2010,
14.30 bis 16.00 Uhr, Heidelberger Schloss: »Minne,
Musica, Meistersang«
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Bilder von Führungen
und Auftritten –
weitere Informationen – Handzettel (jpg, 122 KB) – Handzettel (pdf, 304 KB) – Pressebericht –
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Oswald
von Wolkenstein
war einer der größten Dichter deutscher Sprache. Ihm sind diese Seiten gewidmet. Man nennt ihn »Liedermacher« (Kühn) und (fälschlicherweise) »der letzte Minnesänger«, sagt ihm nach, er sei »der erste Renaissancelyriker deutscher Zunge« (Witt). Schmied behauptet sogar, er sei »der erste moderne Mensch« gewesen, nennt ihn »Erlebnisdichter« und den »Hemingway seiner Zeit«; doch damit erfasst er »bestenfalls einzelne Züge dieser komplexen Erscheinung« (Wachinger). Laut Ulrich Müller, Vorsitzender der Internationalen Wolkenstein-Gesellschaft, gilt Oswald »heute als der bedeutendste Lyriker des deutschsprachigen Mittelalters neben Walther von der Vogelweide«, manche erweitern dies auf den Zeitraum bis Goethe. Laut Thomas Cramer markieren seine Lieder »einen Endpunkt höfischer Adelslyrik« und stellt seine Kunst »zugleich einen Höhepunkt und ein Ende« dar. (Zitate und Aussagen zu Oswald von Wolkenstein) |
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Auf jeden Fall ist Oswald von Wolkenstein (1377-1445) der erste Dichter deutscher Sprache, über den wir ziemlich viel wissen, »so viel wie von keinem anderen deutschen Dichter des Mittelalters« (Wachinger). Sein Brustbild ist »das erste authentische Porträt eines deutschsprachigen Dichters« (Heimrath/Korth), wie überhaupt »Oswald von Wolkenstein als der erste deutsche Dichter gelten muß, über den eine historisch-kritische Biographie ... zusammengestellt werden kann« (Schwob).
Oswalds musikalisches Werk ist bedeutend: Er hat die Mehrstimmigkeit im deutschsprachigen Raum in der weltlichen Musik bekannt gemacht.
»Ein wichtiges Kapitel sind Oswalds mehrstimmige Kompositionen, oder, um mich vorsichtiger auszudrücken: die mehrstimmigen Kompositionen, die in seinen Liederhandschriften aufgezeichnet sind. [...] Das Komponieren mit mehreren Stimmen war damals im deutschen Bereich ganz neu. Zwar hatte, eine Generation vor Oswald, der sogenannte Mönch von Salzburg einige zweistimmige Liedsätze geschrieben, aber die waren recht simpel. Die erste wirklich intensive, auch extensive Beschäftigung mit polyphoner Satzkunst finden wir im deutschsprachigen Bereich bei Oswald von Wolkenstein.« (Dieter Kühn in: »Ich Wolkenstein«)
Und seine »einstimmigen Lieder sind das bedeutendste überlieferte Œevre weltlicher mittelalterlicher deutscher Musik« (Brockhaus).
Doch Oswald war kein Berufsmusiker: Er war »ein ›Dilettant‹ im ursprünglichen Sinne, kein professioneller Sänger«(Schwob).
Geboren um 1377 in Südtirol, gestorben 1445 in Meran, hat Oswald viel erlebt und war ein weitgereister Mann. Er war (Raub-)Ritter, Kaufmann und Pilger, mal mehr oder weniger erfolgreicher Politiker, Diplomat und kaiserlicher Gesandter, Ministraler, Gotteshauptmann, Landwirt und Rinderzüchter, sprach Recht (war sogar ein anerkannter Rechtssachverständiger) und brach es selbst am laufenden Band, nahm gefangen und geriet in Gefangenschaft, urteilte und wurde verurteilt, ja sogar gefoltert – »das reiche Leben eines eigenwilligen und vitalen Adelsherren« (Heimrath/Korth), der mit allen Ständen seiner Zeit Umgang pflegte, vom König über Fürsten, Adelige und Kleriker bis zu Bauern und Gesinde.
Diesem hochgebildeten, weitgereisten und weltgewandten Musiker und Politiker, dem Kämpfer und Ritter, dem Rechtsgelehrten und Intellektuellen, der sich selbst aber auch als Hurenbock und Saufkumpan beschreibt, der sein Leben verbracht haben will mit »toben, wüten, tichten, singen mangerlai« – dieser hochinteressanten Persönlichkeit sind diese Seiten gewidmet.
Ich will versuchen, Oswald hier angemessen vorzustellen, wie ich auch versuche, ihn bei Auftritten, Führungen u. ä. angemessen darzustellen, ihn, soweit es mir möglich ist, zu verkörpern und mit dieser Darstellung modernen Menschen einen Eindruck dieses faszinierenden Künstlers zu vermitteln.
Ich will und kann hier nicht wirklich umfassend alles zu Oswald darbieten; dies würde sowohl das Medium Internet wie auch meine Möglichkeiten überfordern. Mein Interesse ist in erster Linie, Oswald einem breiteren Publikum näher zu bringen, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, meine Begeisterung für ihn und seine Musik weiter zu geben.
Ich wünsche mir, dass Oswald im deutschen Sprachraum einmal eine ähnliche Bedeutung und Bekanntheit erlangen möge wie sein Beinahe-Zeitgenosse François Villon in Frankreich. Dazu möchte ich mit dieser Internet-Seite beitragen.
letzte Aktualisierung: 13.06.2010»Einen sehr guten Überblick über Leben und Werk, den Stand der aktuellen Oswald-Forschung und die Literatur zu Leben und Werk gibt die Homepage von Friedhelm Schneidewind.« (KARFUNKEL Nr. 68, Februar/März 2007)



Friedhelm
Schneidewind
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Telefon 06201 4709292 · Fax 06201 4709293