Oswald von Wolkenstein

»Oswald von Wolkenstein gehörte zu denen,
die eher Feuer legten als Feuer löschten.«

(Dieter Kühn 1977 in: »Ich Wolkenstein«)

»... seine Liederhandschriften machten ihn zum bedeutendsten spätmittelalterlichen Dichterkompnisten im deutschen Sprachraum ...«

(Alexander von Hohenbühel 2008 in: »Trostburg. Zum Nutzen, zur Freude und zur Ehre«)

»Oswald von Wolkenstein ist als Ritter, Dichter und Sänger
eine Persönlichkeit von wahrhaft europäischem Rang, ja von Weltformat.«

(Sieglinde Hartmann 2011 in: »Oswald von Wolkenstein«)

»... ein rechter Haudegen, der Tiroler Oswald von Wolkenstein: Fahrender Ritter und bäuerlicher Edelmann, Politiker und Diplomat. Ein sperriger, selbstbewusster, fast barock-pompöser Mensch in seiner zerfallenden spätmittelalterlichen Welt. [...] ... ein Dichter, Komponist und Sänger. [...] Manchmal nennt man ihn den ›letzten Minnesänger‹, doch damit trifft man nur eine der vielen Facetten von Oswald von Wolkensteins Dicht- und Musizierkunst.«
(Bettina Winkler am 30.9. 2014 in der Sendung »SWR2 Musikstunde«)

»DER Singer-Songwriter des späten Mittelalters«
(Lena Ganschow in »Das Mittelalter im Südwesten (2/2): Konstanz – Stadt des Konzils«, SWR 2014 –
Sendung vom 25.1.2015)

Weitere Zitate zu Oswald von Wolkenstein

Die Zeitschrift KARFUNKEL hatte in ihrer Ausgabe Februar/März 2007 einen Schwerpunkt zu Oswald von Wolkenstein:
»Einen sehr guten Überblick über Leben und Werk, den Stand der aktuellen Oswald-Forschung und die Literatur zu Leben und Werk gibt die Homepage von Friedhelm Schneidewind

Leben und Zeit des Oswald von Wolkenstein
Wichtige Personen zur Zeit des Oswald von Wolkenstein
Bilder von Oswald von Wolkenstein
Zeittafel zum Leben des Oswald von Wolkenstein
Literatur zu Oswald von Wolkenstein
Zitate und Aussagen zu Oswald von Wolkenstein
Die Lieder und die Musik von Oswald von Wolkenstein
letzte Aktualisierung:
16.06.16
Meine Darstellung des Oswald von Wolkenstein
Links zum Thema Oswald von Wolkenstein
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Oswald von Wolkenstein als Kreuzritter auf dem Marmor-Gedenkstein von Brixen, 1408
Oswald von Wolkenstein
war einer der größten Dichter deutscher Sprache.

Ihm sind diese Seiten gewidmet.

Man nennt ihn »Liedermacher« (Kühn) und (fälschlicherweise) »der letzte Minnesänger«, sagt ihm nach, er sei »der erste Renaissancelyriker deutscher Zunge« (Witt). Schmied behauptet sogar, er sei »der erste moderne Mensch« gewesen, nennt ihn »Erlebnisdichter« und den »Hemingway seiner Zeit«; doch damit erfasst er »bestenfalls einzelne Züge dieser komplexen Erscheinung« (Wachinger). Laut Ulrich Müller (Mitbegründer der Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft, langjähriger Erster und Ehrenvorsitzender, 14.10.2012) gilt Oswald »heute als der bedeutendste Lyriker des deutschsprachigen Mittelalters neben Walther von der Vogelweide«, manche erweitern dies auf den Zeitraum bis Goethe. Laut Thomas Cramer markieren seine Lieder »einen Endpunkt höfischer Adelslyrik« und stellt seine Kunst »zugleich einen Höhepunkt und ein Ende« dar.

(Zitate und Aussagen zu Oswald von Wolkenstein)
Oswald von Wolkenstein als Gefolgsmann des Pfalzgrafen Ludwig, Mai 1417 in Konstanz

Auf jeden Fall ist Oswald von Wolkenstein (1377-1445) der erste Dichter deutscher Sprache, über den wir ziemlich viel wissen, »so viel wie von keinem anderen deutschen Dichter des Mittelalters« (Wachinger). Sein Brustbild ist »das erste authentische Porträt eines deutschsprachigen Dichters« (Heimrath/Korth von der Gruppe BÄRENGÄSSLIN), wie überhaupt »Oswald von Wolkenstein als der erste deutsche Dichter gelten muß, über den eine historisch-kritische Biographie ... zusammengestellt werden kann« (Schwob).

Oswalds musikalisches Werk ist bedeutend: Seine »einstimmigen Lieder sind das bedeutendste überlieferte Œevre weltlicher mittelalterlicher deutscher Musik« (Brockhaus). Und er hat die Mehrstimmigkeit im deutschsprachigen Raum in der weltlichen Musik bekannt gemacht.

»Ein wichtiges Kapitel sind Oswalds mehrstimmige Kompositionen, oder, um mich vorsichtiger auszudrücken: die mehrstimmigen Kompositionen, die in seinen Liederhandschriften aufgezeichnet sind. [...] Das Komponieren mit mehreren Stimmen war damals im deutschen Bereich ganz neu. Zwar hatte, eine Generation vor Oswald, der sogenannte Mönch von Salzburg einige zweistimmige Liedsätze geschrieben, aber die waren recht simpel. Die erste wirklich intensive, auch extensive Beschäftigung mit polyphoner Satzkunst finden wir im deutschsprachigen Bereich bei Oswald von Wolkenstein.«
(Dieter Kühn 1977 in: »Ich Wolkenstein«)

»Welchen Anteil OvW an der Komposition seiner mehrstimmigen Werke hatte, lässt sich letztlich nicht feststellen. [...] Dass Oswald Mehrstimmigkeit eine gesonderte Beachtung gefunden hat, hängt ferner damit zusammen, dass sie zumindest aus heutiger Sicht als Meilenstein und richtungweisend für die Musik im deutschsprachigen Raum gilt, weil sie nach den wenigen, sehr schlichten polyphonen Stücken des Mönchs von Salzburg das erste große mehrstimmige Œuvre in deutscher Sprache überhaupt darstellt und damit den Weg aus der bis dato vorherrschenden Einstimmigkeit aufzuzeigen scheint.«
(Marc Lewon 2011 in »Oswald von Wolkenstein«)

Doch Oswald war kein Berufsmusiker:  Er war »ein ›Dilettant‹ im ursprünglichen Sinne, kein professioneller Sänger« (Schwob).

Geboren um 1377 in Südtirol, gestorben 1445 in  Meran, hat Oswald viel erlebt und war ein weitgereister Mann. Er war (Raub-)Ritter, Kaufmann und Pilger, mal mehr oder weniger erfolgreicher Politiker, Diplomat und kaiserlicher Gesandter, Ministraler, Gotteshauptmann, Landwirt und Rinderzüchter, sprach Recht (war sogar ein anerkannter Rechtssachverständiger) und brach es selbst am laufenden Band, nahm gefangen und geriet in Gefangenschaft, urteilte und wurde verurteilt, ja sogar gefoltert – »das reiche Leben eines eigenwilligen und vitalen Adelsherren« (Heimrath/Korth), der mit allen Ständen seiner Zeit Umgang pflegte, vom König über Fürsten, Adelige und Kleriker bis zu Bauern und Gesinde.

Diesem hochgebildeten, weitgereisten und weltgewandten Musiker und Politiker, dem Kämpfer und Ritter, dem Rechtsgelehrten und Intellektuellen, der sich selbst aber auch als Hurenbock und Saufkumpan beschreibt, der sein Leben verbracht haben will mit »toben, wüten, tichten, singen mangerlai« – dieser hochinteressanten Persönlichkeit sind diese Seiten gewidmet.

Ich will versuchen, Oswald hier angemessen vorzustellen, wie ich auch versuche, ihn bei Auftritten, Führungen u. ä. angemessen darzustellen, ihn, soweit es mir möglich ist, zu verkörpern und mit dieser Darstellung modernen Menschen einen Eindruck dieses faszinierenden Künstlers zu vermitteln.

Ich will und kann hier nicht wirklich umfassend alles zu Oswald darbieten; dies würde sowohl das Medium Internet wie auch meine Möglichkeiten überfordern. Mein Interesse ist in erster Linie, Oswald einem breiteren Publikum näher zu bringen, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, meine Begeisterung für ihn und seine Musik weiter zu geben.

Ich wünsche mir, dass Oswald im deutschen Sprachraum einmal eine ähnliche Bedeutung und Bekanntheit erlangen möge wie sein Beinahe-Zeitgenosse François Villon in Frankreich. Dazu möchte ich mit dieser Internet-Seite beitragen.

»Einen sehr guten Überblick über Leben und Werk, den Stand der aktuellen Oswald-Forschung und die Literatur zu Leben und Werk gibt die Homepage von Friedhelm Schneidewind.«
(KARFUNKEL Nr. 68, Februar/März 2007)

»... Wolkenstein-Lieder etwa lebendig durch ... den ›Barden‹ Friedhelm Schneidewind, der, als Oswald gewandet, im Heidelberger Schloss auftritt und die Lieder ›wie sie zu Oswalds Zeit geklungen haben könnten‹ vorträgt.«
(Johannes Spicker in seinem Buch »Oswald von Wolkenstein. Die Lieder«, Berlin: Erich Schmidt 2007, S. 30)

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