Oswald von Wolkenstein: Zur Startseite

Mein Herz, das ist versehrt

Ein wunderschönes zweistimminges Minnelied von Oswald von Wolkenstein, entstanden um 1410/11, eines der interessantesten, zartesten und romantischsten Liebeslieder deutscher (in diesem Fall Tiroler) Zunge (KL 65).
Original in der Handschrift A, angelegt 1425
MEIN HERZ DAS IST VERSEHRT in der Handschrift A (Signatur Cod. Vind. 2777, angelegt 1425).
Die Melodie ist nicht von Oswald. Das Lied ist eine Kontrafaktur, das bedeutet die Unterlegung einer bekannten Melodie mit einem neuen Text. Das Original ist in diesem Fall die dreistimmige Ballata »Questa fanciulla« des berühmten blinden Organisten Francesco Landini (um 1335 bis 1397), der als einer der Hauptmeister des italienischen Trecento gilt.

Hier finden sich die drei Strophen im Original und meine Übertragung von zwei Strophen.

Verkleinerte Abbildung aus dem Liederheft LIEBE UND TOD

Verkleinerte Abbildung aus dem Liederheft LIEBE UND TOD

Verkleinerte Abbildung (Original DIN A 5) aus dem Liederheft »Liebe und Tod«
erhältlich im Buchhandel oder bei
Verlag und Produktionsgesellschaft Helen Schneidewind – Villa Fledermaus

Das Stück kann als Video in einer Aufführung von Conventus Tandaradey (zweistimmig gesungen mit Begleitung) bei einem Konzert im Rathausfestsaal Saarbrücken, 1999, angeschaut werden (4:35 Min.WMV, 200 x 150 Pixel – 1,9 MB).

Das Format WMV bereitet in seinen älteren Fassungen manchen Playern Probleme, u. a. ab und zu dem VLC-Player. Mit dem Windows Media Player funktioniert es auf jeden Fall. Wenn dieser nicht im Browser startet, kann man die Datei herunterladen.

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Meine Übertragung, wie ich sie singe, der ersten und dritten Strophe:

1. Mein Herz, das ist versehrt
und vergiftet und wund,
mit einem scharfen Schwert
mitten durch bis an den Grund.
Und lebt kein Arzt auf Erden,
der mich heilen kann,
nur das Mensch, das mir den Schaden
hat getan!

3. Ich gemahn’ dich, Lieb, der Wort,
mit denen du mich so gerne tröst’.
Bedenk den Eigenmord, von dem
du mich erlöst!
Viel besser wär’ in Ehren schnell gestorben gar,
als mit Schanden hier gelebet
zweihundert Jahr!

Eine Fassung, gesungen und gespielt solo von Friedhelm Schneidewind, ist hier zu hören, aufgenommen live bei einem Liederabend im Juni 2011 beim Elbenwald-Spektakel auf Burg Bilstein (1:56 Min.MP3 – 912 KB).

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