Beziehungen von Oswald von Wolkenstein zu Heidelberg

Mich interessieren die Beziehungen von Oswald zu Heidelberg aus drei Gründen besonders:

Zum einen ist dies ganz in der Nähe meines früheren Wohnortes Hemsbach, und ich finde es schön, dass Oswald mehrmals dort in der Nähe war.

Zum zweiten hatten mit Ruprecht I. und Ludwig III. zwei Fürsten, die Oswalds Leben beeinflussten, ihren Sitz in der Stadt am Neckar.

Und schließlich hat Oswald Heidelberg mehrmals besungen und gelobt.

Zur Geschichte der Stadt Geschichte der Stadt in Zahlen
Literatur:
Otzen, Barbara, Otzen, Hans: Kleine Kurpfälzer Landesgeschichte. Rheinbach, 2013
Kohnle, Armin: Kleine Geschichte der Kurpfalz. Karlsruhe [4], 2011

Körner, Hans-Michael Die Wittelsbacher: Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München, 2002

Oswald war vermutlich vier Mal in Heidelberg: wahrscheinlich 1415 anlässlich seiner großen Gesandtschaftsreise – da war er nur auf der Durchreise –, 1425 und zwei Mal wohl 1427 anlässlich der Reise, bei der er in die Feme aufgenommen wurde – wahrscheinlich fand diese Reise von Januar bis März 1427 statt, so zumindest die These von Dr. Heike Hawicks von der Universität Heidelberg.

1415 war er bei seinem Besuch bereits eine wichtige Persönlichkeit, Gesandter von König Siegmund und ein ehrbarer Ritter; dies hat er später auch besungen. Hier  machte (oder festigte) er die Bekanntschaft mit Pfalzgraf Ludwig III., dem Sohn des früheren Königs Ruprecht, an dessen Italienfeldzug 1401/02 er wahrscheinlich teilgenommen hatte.

Der Pfalzgraf zählte später zu Oswalds Freunden und Gönnern; in seinem Gefolge ist er beim Einzug in Konstanz 1417 zu sehen.

Spätestens 1425 wurde die Freundschaft (wieder?) belebt, als Oswald statt des eigens anberaumten Reichstages in Wien den Pfalzgrafen aufsuchte.

1428 nach herrschender Meinung, wahrscheinlicher aber 1427, machte Oswald während seiner Reise nach Westfalen zur Aufnahme in die Feme sowohl auf dem Hin- wie auf dem Rückweg in Heidelberg Station. Wahrscheinlich fand diese Reise im Februar/März 1427 statt, so zumindest die These von Dr. Heike Hawicks von der Universität Heidelberg, die mir durchaus plausibel erscheint: Oswald begleitete Ludwig III. im Februar 1427 auf der Rückreise von dessen Palästina-Pilgerfahrt, was er ihm 1426 brieflich angeboten hatte, und kam in Heidelberg wohl im März 1427 noch einmal vorbei, auf dem Rückweg von seiner Reise nach Köln und Aachen. Oswald fand beste Aufnahme und wurde vom kranken Pfalzgrafen hoch geehrt.

Während dieser Besuche (im Februar und in der ersten Märzhälfte 1427) entstanden in Heidelberg zwei Lieder, die Fürst und Stadt lobpreisen:

»Von Wolkenstein wollt ich zu Cölen« (KL 41) beschreibt die Reise und entstand wohl im März 1427 in Heidelberg.

»O Phalczgraf ludewig bey Reyn« (KL 86) ist ein Loblied auf den Fürsten und auf die Stadt Heidelberg und entstand wohl im Februar oder März 1427 in Heidelberg.

Auch in seinem Lied »Durch Aubenteuer perg und tal« (KL 26, entstanden im Mai 1427), bei dem es eigentlich um die Gefangenschaft und Folter im Rahmen des Hauensteinischen Erbschaftsstreites ging, hat Oswald Heidelberg erwähnt; als scheinbaren Zukunftsplan hält er Rückblick auf die Gesandtschaftsreise von 1415: »Ab nach dem Rein gen Heidelwerg ...«

Friedhelm Schneidewind als Oswald mit PALATINA ZEITREISEN

Die Führung mit Oswald am Hofe zu Heidelberg 1428
– Minne, Musica, Meistersang –

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können gebucht werden über PALATINA ZEITREISEN
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Ein Besuch im Jahr 1428: Der Wittelsbacher Pfalzgraf bei Rhein Ludwig III., genannt »der Bart«, beschäftigt erstmals eigene Hofmusiker. Intrigen und Streit mit seinen drei Brüdern sind an der Tagesordnung. Oswald von Wolkenstein, der Heidelberg auf seiner Reise in die Feme einen Besuch abstattet. trifft inmitten dieser schwelenden Konflikte die Spielfrau Alyss, die sich hier seit der Zeit der englischen Prinzessin Blanca als Hofmusikantin behauptet. Höchste Zeit, die feinen Unterschiede zu erkennen: Zwischen Meistersänger und Spilman liegen Welten! Erfahren Sie vom Wohl und Wehe im Leben der fahrenden Musikanten und lauschen Sie Anekdoten aus ihrem abenteuerlichen Leben. Wie feiert man bei Hofe, wie unten in der Stadt – und was sagt die Kirche dazu?

Eine unterhaltsame Reise mit Kostproben mittelalterlicher Klänge und Lieder – gespielt auf authentischen Instrumenten. Obacht: Es wird getanzt!

Schauspielführung in historischer Gewandung. Auch in englischer Sprache buchbar.

»... gleichermaßen kurzweiligen wie informativen Ausflug ins Heidelberger Schloss des 15. Jahrhunderts ... bot Susanna, das Spielweib ... [...] Ein Glück, dass der Minnesänger Oswald von Wolkenstein ... zugegen war und einige Stücke zum besten gab. Zum guten Schluss verfeinerten die Teilnehmer aber noch ihre Umgangsformen und ihre Kenntnisse der höfischen Tänze des 15. Jahrhunderts ...«
Dr. Christoph Bühler, »Nachrichten & Notizen aus der Landeskunde« (landeskunde-online), Dez. 2008, zur Führung auf dem Heidelberger Schloss am 28.12.2008 (der komplette Bericht)

Bilder von Führungen und AuftrittenVideos weitere InformationenPressebericht

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