Das Wappen des Drachenordens (zurück zur Startseite)

Der Drachenorden

Die »gesellschaft mit dem trakchen«, genannt auch »ordo draconis« und »societas draconia/draconis«, wurde am 13. Dezember 1408 gegründet von Siegmund von Luxemburg und dessen Gemahlin Barbara von Cilli, vor allem zur Bekämpfung der Ungläubigen (der Osmanen) und der »im Verborgenen wütenden Christen«, später also insbesondere der Hussiten, aber auch allgemein zur Solidarität und Rechtshilfe unter den Mitgliedern und nicht zuletzt zur Festigung des Königtums.

Motto des Ordens war: »O quam misericors est Deus justus et pius.« (»O wie barmherzig ist Gott, wie gerecht und fromm.«)

Mitglieder waren nicht nur Adlige und Ritter, sondern konnten auf Vorschlag der Gründungsmitglieder weitere »virtuosi et bonae humanitatis viri« werden (begabte und charakterfeste Männer), ab 1409 gab es eine eigene Abtelung für ausländische Fürsten, die selber Unterabteilungen gründen durften. Dazu gehörten u. a. der österreichische Herzog Ernst, die Könige Heinrich V. von England, Wladislaw Jagiello von Polen, der litauische Großfürst Witold und ab 1431 Vlad II., Bojar der Walachei.

Zur ersten Klasse des Ordens gehörten nur 24 Personen; aus deren Kreis rekrutierten sich in den folgenden Jahrzehnten die königlichen Räte, die vor allem während Siegmunds langer Abwesenheit nach 1412 das Reich in Deutschland ganz im Sinne des Köngs verwalteten und diesem so den Rücken freihielten. Während das allgemeine Symbol der oben abgebildete Drache war, dessen Schwanz den eigenen Hals umringt, der »Ouroboros«, durften die 24 den am Kreuz hängenden Drachen tragen.

Diesem erlauchten Kreis gehörte ab dem 14. April 1431 auch Oswald von Wolkenstein an, wie man auf dem repräsentativen Porträt von 1432 sehen kann, wo er stolz diesen Orden trägt.

Das Motto des Ordens entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man bedenkt, dass der berühmteste aller Blutsauger und Vampire, Dracula, indirekt diesem Orden seinen Namen verdankt. Denn Bram Stoker nannte die Titelfigur seines berühmten Romans nach Vlad III. »Țepeș«, der »Pfähler«, der seinen Beinamen »Drăculea«, Sohn des Drachen, deshalb trug, weil sein Vater, Vlad II., Bojar der Walachei, sich »Dracul« nannte, »der Drache«. Dieser war nämlich im Februar 1431 (im selben Jahr wie Oswald, vielleicht sogar mit diesem gemeinsam) auf dem Reichstag zu Nürnberg in die erste Klasse des Drachenordens aufgenommen worden.

Einen kurzen Ausschnitt eines Vortrages von Friedhelm Schneidewind über Drachen mit Bezug zum Drachenorden kann man als Videomitschnitt hier ansehen oder herunterladen (WMV, 300x220 Pixel, 1:33 Min., 3,3 MB).

Literatur:
Edelmaier, Hans: Dracula. Der Wojwode der Walachei Vlad III. Zepesch ca. 1430 – 1476. Staatsmann – Feldherr – Medienopfer. Salzburg: Österreichischer Milizverlag 2014
Ralf-Peter MÄRTIN: Dracula – Das Leben des Fürsten Vlad Țepeș – Frankfurt/M. [3]1993 ([1]Berlin 1980)

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